Unser Ausgangspunkt ist, wie bereits erwähnt, der Hauptbahnhof von Koblenz – den Sie vielleicht kennen oder irgendwann einmal auf einer Reise kennen lernen werden.

Der Endpunkt ist das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz auf dem Reichensperger Platz.

Dazwischen werden wir 9 Stationen mit Stolpersteinen haben. Die Strecke sehen Sie hier, als rote Linie, auf dem Stadtplan.

Übersichtskarte des kompletten Weges

Lassen Sie uns gerade noch in den Hauptbahnhof hineingehen. Hier möchte ich Ihnen noch das Laufband für die Erinnerung an die NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung zeigen, die in der NS-Zeit hier vom Hauptbahnhof aus mit dem Zug abtransportiert wurden. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Menschen, die in die Konzentrationslager verschleppt wurden, häufig von diesem Bahnhof aus transportiert. Das war nicht immer so. Am Anfang, in den 1930er Jahren, war das noch nicht so. Da wurden die „Schutzhäftlinge“, wie man sie nannte, mit Lastwagen in die Konzentrationslager gebracht. Erst später – während des Zweiten Weltkrieges – wurden dann auch solche Transporte „professioneller“. 

Sie werden es nicht glauben: Damals gab es ganz offiziell Gefangenentransportzüge. Die Wagen waren etwas umgebaut und für Gefangene „hergerichtet“ – im Innern mit Gittern und so. Das waren aber, jedenfalls hier, nicht ganze Züge – mit vielen Gefangenenwagen. Die Züge hatten nur einzelne Gefangenenwagen, die an die normalen Wagen angehängt wurden. Und für diese Gefangentransportzüge gab es ein richtiges Kursbuch, so wie wir auch heute noch Kursbücher kennen: mit verschiedenen Stationen und der Angabe der Ankunfts- und Abfahrtszeit. Die nahmen an den verschiedenen Stationen Häftlinge auf und waren dann mehrere Tage unterwegs. Sie müssen sich also vorstellen, dass hier an jedem Dienstag ein Gefangenenzug – von Trier kommend – um 10.45 Uhr einlief und dann um 12.45 Uhr weiter über Köln ins Ruhrgebiet und dann weiter ins Konzentrationslager Buchenwald fuhr.

Dazu noch eins: Man hört und liest ja immer, dass die Juden mit Viehwaggons nach Auschwitz deportiert wurde. Dazu ist folgendes zu sagen: Von diesem Koblenzer Hauptbahnhof gingen keine Transporte mit Juden nach Auschwitz. Der Transport erfolgte vielmehr von einen Nebenbahnhof aus, von dem Bahnhof in Koblenz-Lützel. Der liegt vom Hauptbahnhof aus gesehen über die Mosel rüber und an der Rheinstrecke nach Bonn-Köln. Von dort aus wurden die Juden aber nicht in Viehwaggons abtransportiert, sondern wohl in ausgeräumten, leeren Personenwagen. Das waren natürlich keine 1. Klasse-Wagen, sondern Wagen der 3. Klasse – also „Bretterklasse“ -, aber eben keine Viehwaggons. Die Nazis wollten bei der Abfahrt in aller Öffentlichkeit nicht zeigen, dass sie die Menschen wie Vieh behandelten und dann umbrachten. Sie sollten ja angeblich zum Arbeitseinsatz nach dem Osten. Und dazu passten primitive Personenwagen und ähnliches für „Arbeitssklaven“. 

Das "Laufband" im Koblenzer Hauptbahnhof